Der CO2-Preis  verteuert das Heizen mit fossilen Energieträgern.  | © iStock_Anastasia-Vujic

CO₂-Preis einfach erklärt

Heizen mit Öl oder Gas wird teurer: Der CO₂-Preis taucht auf der Rechnung auf. unterwegs erklärt seinen Zweck und die Vorteile fossilfreier Heiztechnik.

Die Folgen des Klimawandels

sind auch in Europa spürbar: zunehmende Wasserknappheit, Überschwemmungen, Hitzerekorde. Ein Verursacher sind Treibhausgase. Deshalb sind die Ziele in der EU klar: 2050 will sie klimaneutral sein. Das heißt, es dürfen nicht mehr Treibhausgase ausgestoßen werden, als wieder gebunden werden können. Auf dem Weg dahin sind Zwischenziele fixiert. 2030 muss der Ausstoß bereits um 55 Prozent, bis 2040 um 90 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 reduziert sein.

 

Deutschland hat sich vorgenommen bereits 2045 Klimaneutralität zu erreichen und die Emissionen bis 2030 um 65 Prozent zu reduzieren. Aktuell ist bereits eine Absenkung um mehr als 40 Prozent erreicht. Den größten Anteil daran hat die Energiewirtschaft durch den Ausstieg aus der Kohlewirtschaft und den Ausbau erneuerbarer Energien. Dazu kommen Effizienzsteigerungen in der Industrie sowie der vorangetriebene Strukturwandel mit der Energiewende.  „Der langfristige Trend passt“, ist sich Matthias Haas, Experte für Wärmepumpen bei den Pfalzwerken, sicher. Doch die Dynamik der Einsparungen lässt nach. 2025 wurde in Deutschland noch eine Absenkung an Treibhausgasemissionen (in CO2-Äquivalenten) von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr erreicht. „Das reicht aktuell nicht aus, um die Ziele für 2030 und 2045 sicher zu erreichen. „Das Tempo muss höher werden“, sagt Haas.

 

Ein wichtiges Instrument ist der Emissionshandel. Große Industrieanlagen, Kraftwerke oder Luft- und Seeverkehr müssen pro Tonne ausgestoßenem CO2 Zertifikate erwerben. Diese „Verschmutzungsrechte“ handelt beispielsweise die Energiebörse in Leipzig. Der Preis wird seit 2026 über den Handel mit Zertifikaten in einem vorgegebenen Preiskorridor zwischen 55 und 65 Euro ermittelt, wie das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit erklärt.  Das Geld fließt komplett in den Klima- und Tranformationsfonds. Aus ihm werden Maßnahmen für Klimaschutz und die Energiewende finanziert. Ab 2027 greift der europäische Emissionshandel für Brennstoffe. Wie sich die Preise dann entwickeln, ist noch unklar.

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»Mit dem CO2-Preis soll ein Anreiz geschaffen werden, weniger fossile Brennstoffe zu verwenden.«

 

Matthias Haas, Pfalzwerke

Die Abkehr von fossilen Energieträgern im Verkehr verläuft sehr langsam, auch die Wärmewende kommt eher schleppend voran. Hier gibt es Nachholbedarf. Um auch in diesen Bereichen den CO2-Ausstoß weiter zu senken, wird auf Brennstoffe wie Benzin, Diesel, Heizöl, Flüssig- und Erdgas und Kohle eine CO2-Abgabe erhoben. Damit soll auch in Privathaushalten ein Anreiz geschaffen werden, weniger fossile Brennstoffe zu verwenden. Wer aktuell mit Gas heizt, zahlt 2026 für einen Verbrauch von beispielsweise 20.000 Kilowattstunden zwischen 263 und 310 Euro an CO2-Abgabe. Diese Summe entfällt, wenn ohne fossile Energieträger geheizt wird, wie zum Beispiel mit einer Wärmepumpe. Selbst bei höheren Anschaffungskosten liefert sie langfristig günstigere Wärme und dies nahezu ohne Treibhausgasemissionen. Eine Beispielrechnung finden Sie hier. Noch rentabler wird es für Hausbesitzer, wenn der Strom direkt vom eigenen Dach geliefert wird.

 

Info und Kontakt

Wärmepumpe kaufen – modern & klimabewusst heizen | Pfalzwerke

Titelbild: iStock_Anastasia-Vujic