Die eigene PV-Anlage  versorgt Kühlgeräte  ebenso wie strombe- triebene Gabelstabler. | © Marc Wilhelm

Energiekonzept mit Weitblick

Für Firmen mit einem hohen Energiebedarf und großen Dachflächen lohnt die eigene Energieerzeugung. Die Pfalzwerke beraten und begleiten sie, wie zum Beispiel den Gemüsebaubetrieb Klaus Kauffmann.

Bei sommerlichen Temperaturen

startet der Arbeitstag im Gemüsebaubetrieb in Freisbach morgens um 3 Uhr. Noch in der Dämmerung geht es raus auf den Acker, wo neben Pastinaken, Fenchel, Petersilienwurzeln und Rote Beete vor allem Karotten angebaut und nun in aller Frühe geerntet werden. Auf sie wartet gegen 6 Uhr die Eiswasserkühlung mit einer Temperatur von 1 Grad Celsius. Anschließend werden sie gewaschen, gesäubert, poliert und direkt verpackt. Eine Wasser-Wiederaufbereitungsanlage sorgt dafür, dass das Waschwasser wiederverwendet wird. Das Gemüse lagert in Kühlhäusern durchgehend bei 4 Grad Celsius und wird dort bei geschlossener Kühlkette auf Kühl-Lkw verladen. Schon um 7 Uhr fahren die ersten vom Hof, um Einzel- und Großhändler in einem Radius von 200 bis 300 Kilometern zu beliefern. Bei diesen Prozessen ist es einleuchtend, dass der Hauptstrombedarf auf die Kühlung entfällt. „An manchen Sommertagen benötigen wir mehr Energie als eine durchschnittliche Familie im ganzen Jahr“, erklärt Carl-Eduard Friedrich, der als gelernter Maschinenbauingenieur gemeinsam mit Werkstattleiter Sebastian Trieb die Technik im Blick hat. Im Jahr summiert sich der Bedarf auf rund 1,2 Gigawattstunden Strom.

© Marc Wilhelm
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Für ihn war es naheliegend, dass die Sonne dazu einen Beitrag leistet. Bereits 2009 platzierte der Familienbetrieb eine Photovoltaikanlage mit 100 Kilowattpeak (kWp) auf seiner ersten Halle. Als der zweite Bauabschnitt folgte, investierte er in eine weitere PV-Anlage mit 84 kWp. Zu dem Zeitpunkt war der direkte Eigenverbrauch nicht möglich, weshalb beide den Strom ins Netz einspeisen. Mit dem Wachstum des Unternehmens entstand eine dritte Halle — für Friedrich keine Frage, dass auch diese Dachfläche für eine PV-Anlage genutzt wird. Doch dieses Mal mit einer deutlich höheren Leistung von 325 kWp und ausschließlich für den Eigenverbrauch.

„Wir wollen weniger abhängig von fossilen Energien werden, nachhaltiger wirtschaften und unseren Autarkiegrad erhöhen“, erklärt Friedrich. Deshalb sollte ein für die Zukunft ausbaufähiges Energiekonzept entwickelt werden, das die CO2-Emissionen reduziert und wirtschaftlich ist. Dafür holten sie die Pfalzwerke an Bord. Für dieses Projekt musste auch die Netzinfrastruktur ausgebaut werden. Das bedeutete: neue Stromleitungen und der Bau einer neuen Trafostation mit einer Leistung von 1.000 Kilovoltampere durch die Pfalzwerke Netz AG — keine alltägliche Anforderung. Seit dem Frühjahr übernimmt der Strom von diesem Dach rechnerisch rund 20 Prozent des Bedarfs. Friedrich ist gespannt, wie das Fazit nach einem Jahr ausfällt. Für die Umwelt hat es sich schon gelohnt: Ihr bleiben pro Jahr rund 153.276 Kilogramm CO2 erspart.

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»Wir wollen weniger abhängig von fossilen Energien werden, nachhaltiger wirtschaften und unseren Autarkiegrad erhöhen.«

 

Carl-Eduard Friedrich, Gemüsebaubetrieb Klaus Kauffmann

Klar ist schon heute, dass die beiden ersten Anlagen ab 2029 beziehungsweise 2031 ebenfalls für die Eigennutzung eingesetzt werden. „Was uns fehlt, ist ein Speicher“, erklärt Friedrich, „das wäre für viele Unternehmen in Deutschland sinnvoll.“ Doch noch lohnen sich Batteriespeicher für seine Zwecke nicht, aber diese Ergänzung ist für die erneuerbare Energiezukunft des Betriebs schon vorgesehen. Auch liebäugelt er mit strombetriebenen Fahrzeugen, die dann direkt mit Sonnenstrom aufgeladen werden können. Aber die Entwicklung für Traktoren, wie sie der Gemüsebaubetrieb benötigt, hinkt den E-mobilen-Pkws hinterher. Im nächsten Jahr soll eine Ladestation auf dem Gelände installiert werden – die wird in Zukunft bestimmt gebraucht, ist Friedrich überzeugt.

 

Infos für PV-Firmenanlagen unter: go.pfalzwerke.de/pv-vom-firmendach

Titelbild: Marc Wilhelm