Kleines Element mit Potenzial

Bis 2045

will Deutschland treibhausgasneutral werden. Ein ehrgeiziges Ziel, das Verkehr, Industrie oder private Haushalte miteinschließt. Um das zu erreichen, spielt neben den klassischen erneuerbaren Energien Wind, Sonne und Wasser künftig auch Wasserstoff eine Schlüsselrolle.

Denn der Stoff lässt sich nicht nur klimaneutral produzieren, er ist auch unglaublich vielseitig. Er wird als Rohstoff in der Industrie benötigt, als Energieträger im Gewerbe, Verkehr oder bei der Wärmeversorgung. „Besonders ist, dass es mit Wasserstoff möglich ist, Bereiche miteinander zu koppeln“, erklärt Alexander Flat-Deitmann, Experte für Wasserstofftechnologie bei den Pfalzwerken. So könne die während der Produktion entstehende Wärme in der Industrie oder für Heizzwecke im Gewerbe wie in Privathaushalten genutzt werden.

Bislang wird Wasserstoff primär aus Erdgas gewonnen und dann den Nutzern meist per Trailer angeliefert. So ergibt sich für diesen sogenannten Grau-Wasserstoff eine durchschnittliche Emission von 13 Kilogramm Kohlendioxid (CO2) pro Kilogramm Wasserstoff. „Diese Rechnung sieht ganz anders aus, wenn man Wasserstoff unter Einsatz erneuerbarer Energie aus Wasser gewinnt“, betont Dr. Florian Schreiner, Experte Technologie & Innovation bei den Pfalzwerken.  Dann lässt er sich klimaneutral produzieren und verursacht je nach Szenario und Logistik eine Belastung von bis zu zwei  Kilogramm CO2 pro Kilogramm Wasserstoff. Eine Differenz von elf Kilogramm.

Leuchtturmprojekt Wasserstoff

Die Pfalzwerke errichten in Bad Dürkheim eine Wasserstoff-Erzeugungsanlage mit einer Leistung im Multi-Megawatt-Bereich und einer Jahresproduktion von einer Million Kilogramm, um Erfahrungen zur Integration von Wasserstoff zu sammeln. Die Pfalzwerke sorgen für den erneuerbaren Strom und den Vertrieb des Wasserstoffs. Weitere Anlagen sind bereits in Planung.

Speicherbare Energie

Die Produktion von Wind- und Sonnenenergie ist an das Wetter gekoppelt. Die Höhe des Ertrags kann nicht präzise geplant und die entstandene Energie nur begrenzt gespeichert werden. Auch hier trumpft Wasserstoff. Die Produktion lässt sich steuern und der Energieträger kann wesentlich leichter und langfristiger gespeichert werden als erneuerbarer Strom.

Diese Vorteile machen  ihn attraktiv für den Stromsektor. Er kann die schwankende Verfügbarkeit der erneuerbaren Energien sinnvoll ergänzen. Vorrangig interessant ist er überall da, wo Hochtemperaturprozesse umgestellt werden müssen, um eine Decarbonisierung zu erreichen, wie beispielsweise in der Stahlherstellung. Ebenso gefragt ist er für Nahverkehr, Logistik und die Wärmeversorgung von Gebäuden.


Die Pfalzwerke beschäftigen sich seit mehreren Jahren mit dieser vielversprechenden Technologie von Wasserstoff aus Wasser und Strom. Entsprechend einer aktuellen Wasserstoffstudie des Landes Rheinland-Pfalz ist gerade die Region prädestiniert: Hier gibt es ein hohes Potenzial für klimafreundlichen Strom aus erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne. Gleichzeitig sind energieintensive Wirtschaftszweige angesiedelt. Deshalb bietet sich an, den regional erzeugten Grünstrom direkt für die Produktion von regional erzeugtem Wasserstoff zu nutzen und damit auch die Stromnetze zu entlasten.

 

Teil der Wirtschaftsförderung

Für Bad Dürkheim soll Wasserstoff ein wich-tiger Aspekt der Wirtschaftsförderung und Standortattraktivität werden. Nicht nur Industrie, Gewerbe und Nahwärmenetze könnten davon profitieren, Stadt und Kreis Bad Dürkheim planen, kurz- bis mittelfristig auf klimaneutrale Antriebssysteme umzustellen. In wenigen Jahren wird in Bad Dürkheim im großen Stil Wasserstoff produziert. Jetzt testen Partnerunternehmen des Pfalzwerke-Pilotprojekts dessen Einsatz.

Fotos: KST-Motorenversuch GmbH & Co. KG; Pfalzwerke Aktiengesellschaft

Kontakt

Pfalzwerke Strategie- und Geschäftsentwicklung
E-Mail: wasserstoff@pfalzwerke.de