Mehr Leistung mit Repowering

Unser Energiebedarf wächst. Dafür müssen erneuerbare Energien ausgebaut werden. Dabei sollen Eingriffe in die Natur möglichst gering und der Flächenverbrauch niedrig sein. Eine Lösung ist Repowering.

Photovoltaikanlagen,

die einst mit modernster Technik ausgestattet waren, verlieren mit der Zeit an Leistung – konkret circa 0,8 Prozent pro Jahr. PV-Module wie Wechselrichter veralten. Aktuelle Technik ist heute deutlich leistungsstärker als noch vor zehn oder zwanzig Jahren. Das gilt sowohl für Freiflächenanlagen als auch private Hausdachanlagen. Spätestens wenn die EEG-Förderung für eine Anlage ausläuft, stellt sich die Frage: Was tun? Auch Städte und Kommunen stehen vor der Aufgabe, bei steigendem Energiebedarf erneuerbare Energien auszubauen, und dies bei begrenzten Flächen. Eine Lösung heißt Repowering und ist Teil der Pfalzwerke-Strategie. Dabei werden vorhandene Anlagen gezielt technisch erneuert und leistungsstärker gemacht. Der Clou dabei: „Wir erzielen einen höheren Stromertrag auf derselben Fläche, Genehmigungen und Netzanschlüsse bleiben erhalten und die Akzeptanz vor Ort ist bereits gegeben“, sagt Dominik Habig, Vorstandsmitglied der Pfalzwerke Aktiengesellschaft.

Bestehende Flächen nutzen

Die Pfalzwerke machen dies gerade vor. 2003 errichteten sie gemeinsam mit den Stadtwerken Neustadt und der Neustadter Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft (WEG) eine PV-Anlage am Flugplatz Lilienthal mit einer Leistung von 2 Megawatt (MW)  – damals die größte in Deutschland. Mit neuen Solarmodulen, modernen Wechselrichtern und einer optimierten Verkabelung ist sie jetzt auf eine gut doppelt so große Leistung von 4,6 Megawatt hochgerüstet. Die Stromproduktion steigt damit auf etwa 5,5 Millionen Kilowattstunden jährlich – genug, um rund 2.000 Haushalte mit Solarstrom zu versorgen. „Der Unterbau der bestehenden Anlage bleibt erhalten – dadurch kann Material eingespart und bestehende Infrastruktur weitergenutzt werden, ohne dass mehr Fläche verbraucht wird“, erläutert Johannes Wolffram, Projektleiter bei den Pfalzwerken.

 

Effizienz verbessern

Was im großen Stil klappt, funktioniert auch im kleinen Maßstab, auf einem Einfamlienhaus. Auch hier können PV-Module gegen moderne Nachfolger ausgetauscht werden, die effizienter arbeiten und eine höhere Stromausbeute erzielen. Bislang war ein Modultausch während der EEG-Förderung nur möglich, wenn das Modul defekt war. Eine Aufrüstung ist seit Mai 2024 durch das Solarpaket 1 der Bundesregierung jedoch ohne Einbußen auch während der Restlaufzeit der Förderung möglich. Auch der Tausch des Wechselrichters lohnt sich im Eigenheim. Neue Modelle wandeln Energie effizienter um. Sie ermöglichen zudem die problemlose Integration eines Batteriespeichers und einer smarten Steuerung zur effizienteren Netzeinspeisung.

Leistung erhöhen

Eine Modernisierung auf derselben Fläche ist auch bei Windenergieanlagen möglich. Gerade planen die pfalzwind GmbH und die Gemeinde Rülzheim, drei Windenergieanlagen mit jeweils einer Leistung von 1,5 MW durch zwei moderne Anlagen mit je 7 MW zu ersetzen. Damit wird voraussichtlich viermal so viel Energie produziert wie bislang. Eine dritte Anlage soll bis 2029 folgen.

Repowering im Überblick

Repowering bei PV-Anlagen, ob auf dem Privatdach oder im Freiflächenpark, sowie bei Windenergieanlagen bietet verschiedene Vorteile!

PV-Repowering Privathaus

• bei Schäden oder Ertragsverlust

• Leistungssteigerung

• Erhöhung des Eigenverbrauchs in Kombination mit einem ergänzenden Energiespeicher

Erfahren Sie mehr übers Repowering im Eigenheim!

PV-Repowering Großfläche

• höhere und stabile Leistung

• geringere Ausfallrisiken

• verbesserte Rentabilität

• Nutzung bestehender Infrastruktur

• reduziert den Flächenverbrauch

Repowering Windenergie:

• effektivere Nutzung der vorhandenen Fläche

• Faustformel: Heute kann eine Verdoppelung der Leistung und eine Verdreifachung des Strom­ertrags mit der Hälfte der Anlagen erreicht werden.

Illustration: Elisabeth Pergelt-Sagmeister